Digitale Städte, digitale Regionen – wie sieht es in Hessen aus?

Wir waren gestern bei der Veranstaltung digitale Städte, digitale Regionen zu der Prof. Dr. Kristina Sinemus, die hessische Ministerin für Strategie und Entwicklung, eingeladen hat. Die Veranstaltung war gleichzeitig eine Ausstellung, ein Kongress und auch ein Workshop. Wir waren zwar in erster Linie als Aussteller dabei und haben deshalb nicht alle Vorträge des Kongresses gehört, trotzdem möchten wir hier über die interessanten Vorträge und Gespräche, die im Nachhinein stattgefunden haben, berichten. Um es vorweg zu nehmen, wir finden solche Veranstaltungen sollte es viel häufiger geben, trotzdem wurde uns auch deutlich, dass solche Veranstaltungen eine große Herausforderung sind, um die richtigen Diskussionen zu führen.

Wir haben uns bei einem Workshop zum Thema „Umwelt & Energie“ eingebracht. Los ging es mit zwei spannenden Vorträgen zu zwei Projekten in diesen Bereich, die bereits erfolgreich umgesetzt wurden. Besonders gut hat uns gefallen, dass die anschließende Workshop-Arbeit in Gruppen stattfand und bei uns drei Gruppen die gleichen Themen behandelten. Es ist interessant, wie Gruppendynamik dazu führt, dass ganz unterschiedliche Themen genauer betrachtet werden. Die Aufgabe im Workshop war es zu schauen, welche Herausforderungen es aktuell im Bereich Umwelt und Energie gibt. Diese wurden auf einer Wand gesammelt. Danach wurde geschaut, welche Lösungen es bereits gibt und welche Lösungen es noch geben müsste. Zum Schluss wurde mit zwei Punkten, die jeder Beteiligte verteilen konnte, abgestimmt, welche innovativen Lösungen zum aktuellen Zeitpunkt am wichtigsten wären.

Insgesamt gab es viele interessante Lösungen. Also daher war es grundsätzlich sehr positiv. Leider fehlte jedoch die Information, was anschließend mit den Ideen passiert. Ob die Ideen weiter verfolgt werden, ist fraglich. Wir hoffen, dass die Idee evtl. veröffentlicht werden, sodass mehr Menschen von den Ergebnissen profitieren können.

Was uns auch auffiel ist, dass leider wenige der Digital Natives da waren. Ich habe mit meinen 29 Jahren noch zu den jungen Teilnehmern der Veranstaltung gehört. Wir können uns gut vorstellen, dass gerade diejenigen, die mit digitalen Produkten groß geworden sind, viele Dinge ganz anders sehen und einen ganz anderen Input liefern können. Auch was junge Unternehmen angeht gab es wenige Teilnehmer. Wir haben uns schon gefragt, wo die innovativen Startups aus den Regionen sind und warum diese auch nicht zur Sprache kommen. Stattdessen gab es die gleichen Redner, wie bei allen „digitalen Veranstaltungen“, die zwar sehr qualitative und interessante Vorträge dabei hatten – aber gibt es da nicht mehr?

Grundsätzlich wurde auch in Frage gestellt, wie innovative Ideen und Vorschläge überhaupt funktionieren können, wenn es noch viele „weiße Flecken“ ohne Mobilfunk oder Glasfaser auf der Karte gibt. Gerade im regionalen Bereich ist das noch eine große Herausforderung. Glücklicherweise wurde dieser Fakt dann aber doch teilweise zur Seite gelegt und angenommen, dass Internet – ein Enabler für die Digitalisierung – überall verfügbar ist.

Eine besonders kreative Idee, die gerade das Leben auf dem Land von Menschen, die kein Auto fahren können oder wollen erleichtert, ist eine App, in der Arzttermine vereinbart, Routen und Fahrzeit berechnet und auch die Möglichkeiten, um von A nach B zu kommen vorschlägt. Dabei werden Menschen beispielsweise auf dem Weg von anderen Menschen begleitet, die sie auf das Arztgespräch vorbereiten.

Auch die Idee eine App für die letzte Meile im ländlichen Raum zu erfinden, war ein Vorschlag, den wir besonders gut finden, da wir selbst vom Land kommen und es hier wenige attraktive Möglichkeiten neben der stündlich fahrenden Bahn und dem Taxi gibt.

Während der Veranstaltung konnte man anonym Fragen an die Redner über eine Webanwendung richten. Das hat uns besonders gut gefallen, da wir so auch ein paar Fragen stellen konnten. Die ganze Veranstaltung wurde dadurch interaktiver und interessanter.

Am Ende wurde das Versprechen gegeben, dass eine solche Veranstaltung öfters stattfinden wird. 

Wir sind auf jeden Fall das nächste mal auch mit dabei. Wir finden es toll, dass es diese Möglichkeit für den Austausch gibt. Wir hoffen, dass beim nächsten mal auch junge Unternehmen und Startups mit innovativen Themen zur Sprache kommen. Zudem wünschen wir uns eine Möglichkeit, dass Unternehmen, die Lösungen haben, diese auch an geeigneter Stelle anbringen können und dadurch Kooperationen entstehen. 

SmartCity im Kontext aktueller Entwicklungen

SmartCity ist ein absolutes Schlüsselwort, wenn man aktuell im Technologiebereich Aufmerksamkeit erregen möchte, denn es gibt wenige Themen, die in diesem Bereich heißer diskutiert werden. Dank der Digitalisierung schaffen wir es in vielerlei Hinsicht etwas zu verändern – und wir hoffen natürlich alle auf positive Veränderungen in der Zukunft. Welche positiven Veränderungen das sind, habe ich hier zusammengefasst und hoffe damit einen guten Überblick über die Vision von SmartCity geben zu können.

Häuser werden intelligenter

Die Lebensbereiche von Menschen verändern sich durch intelligente Systeme, die sie in ihrem Alltag begleiten. Ein großes Thema innerhalb von SmartCities sind aus diesem Grund SmartHomes. SmartHome fängt bei der Lichtsteuerung an, geht über Assistenten wie Siri oder Alexa, aber die Vorstellungen, wo SmartHome uns hinführen wird, sind grenzenlos. Private Haushalte können aktuell mit einem SmartHome den eigenen Energieverbrauch regeln, Geräte intelligent vernetzen und Einkäufe erledigen.

Demokratie wird gemeinschaftlicher

Auch Kommunen gehen ihren Weg in die SmartCity und in den Bereich der Möglichkeiten fließt beispielsweise eine smarte Stadtpolitik mit ein. Zukünftig ermöglicht Technologie beispielsweise eine bürgernahe politische Entscheidungsfindung durch eine starke Einbindung der Zivilbevölkerung in städtische Entwicklungsprozesse. Somit können Planungen, Entscheidungen und Maßnahmen partizipativer gestaltet werden.

Bevölkerung wird unabhängiger

Die Gestaltung des Lebens der Bevölkerung von SmartCities ist durch technische Innovationen einfacher und besser. Besonders deutlich wird das durch Phänomene wie die Sharing-Kultur, die sowohl kommerziell, aber auch nicht-kommerziell geprägt sein kann. Beispiele für Projekte sind Car-Sharing oder Initiativen zum Teilen von Tickets des öffentlichen Nahverkehrs.

Städte werden nachhaltiger

Nachhaltige Städte können als politische Ziele beispielsweise die nachhaltige Nutzung erneuerbarer Ressourcen und die minimale Nutzung von nicht-erneuerbarer Ressourcen. Es gibt auch Ideen für regionale Warenzyklen. Eine lokale Produktion von Waren ermöglicht eine Energieeinsparung durch beispielsweise kürzere Transportwege.

Mobilität wird emissionsärmer

Mobilität ist ein riesiges Thema, denn „smarte“ Mobilität sorgt für weniger Emissionen, Effizienz, Sicherheit und weniger Kosten. Mithilfe von Informations- und Kommunikationssystem wird die bereits vorhandene Infrastruktur verbessert. Beispiele für smarte Mobilität sind Apps zum Buchen von Fahrkarten. Diese Apps können abhängig vom Standort und der Zeit die optimale Route und die Fahrzeiten bestimmen.

Hört sich gut an, aber wir stehen noch ganz am Anfang. In Deutschland kommt die Digitalisierung nur schleppend voran und mal ehrlich: Es werden auch dabei gravierende Fehler gemacht werden. In diesem Blog wollen wir genau hinschauen und aktuelle Entwicklungen im Bereich SmartCity unter die Lupe nehmen. Zudem wollen wir die grandiosen Ideen deutscher Startups niemanden vorenthalten und führen deshalb regelmäßig Interviews mit Startups, die anschließend in unser Startup-Verzeichnis aufgenommen werden.

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Deine smart-city.blog-Redaktion